Die Geschichte

 

Kurzfassung der Legende

Der 100-jährige Krieg ging zweifelsohne in die Geschichte ein. Er begann anno 1337 und gegen 1431 zum endgültigen Ende zuging. Es war ein Krieg zwischen England und Frankreich, Auf Grund unterschiedlicher Rechtsauffassungen in Bezug auf die Erbfolge des französischen Throns, bricht er aus. Bei Crécy kommt es 1346 zur ersten Schlacht zwischen den beiden Ländern. Die Engländer sind allerdings um einen Vorteil bereichert, der für die Schlacht entscheidend sein sollte; die Engländer besitzen den walisischen Langbogen. Seine Pfeile durchschlagen mit Leichtigkeit die Rüstungen der französischen, die sich wegen eben diesen Rüstungen auch nur schwerfällig bewegen können.
1356 wird das Ritterheer König Johanns II von Frankreich bei Poitiers völlig vernichtet. Er wird gefangen genommen und erst 3 Jahre später freigelassen, nachdem im Frieden von Brétigny für ihn ein Lösegeld von 3 Millionen Goldstücken ausgehandelt wurde. Außerdem tritt Frankreich einige Gebiete an England ab.
Der neue König von Frankreich, Karl V (2), nimmt allerdings 1369 den Krieg gegen England wieder auf und erobert einen Teil der besetzten Gebiete zurück. Als Karl V stirbt, besteigt sein Sohn Karl VI, der später wahnsinnig wird, den Thron. Ab 1396 tritt ein Waffenstillstand zwischen Frankreich in Kraft, der 28 Jahre dauert. 1412 kurz vor dem Widerausbruch des 100-jährigen Krieges, wird in einem kleinen Dorf in Lothringen, Domrémy, Jeanne d'arc geboren. Ihre Familie, wie der Rest Domrémys war arm, Jeanne besuchte nie eine Schule, alles was sie unterzogen wurde, war der Glauben in dem sie ihre Mutter lehrte. Sie lebte sehr fromm, fast zu fromm für ihr alter, aber immer in vollen Respekt gegenüber ihrer Familie!
Zurück zum Krieg - Heinrich V zieht 1415 erneut gegen Frankreich in den Krieg und schlägt das französische Ritterheer bei Azincourt vernichtend. Burgund tritt nun auf die Seite Englands über (1416) und erkennt die Ansprüche Heinrichs V. auf den französischen Thron an. 1417 erobert die englische Armee die gesamte Normandie. Im Vertrag von Troyes  (1420) erklärt Karl VI. sein Sohn, den Dauphin*, für illegitim*. Zwei Jahre später stirbt Karl VI., sowie auch der König von England, Heinrich V. Als Jeanne d'arc das 13ente Lebensjahr erreicht, hört sie zum ersten mal Stimmen, nach ihren Aussagen, sah sie einen Engel, Michael soll er heißen, ein Erzengel* Gottes der sie mit Botschaften versorgt. Michael erzählt ihr, Gott habe sie auserwählt Frankreich von den Engländern zu befreien und den Dauphin in Reims zum König von Frankreich zu krönen. Im Jahr 1428 sieht die Lage für den Dauphin schlecht aus. Mit den Burgundern im Osten und den Engländern im Norden, welche nun das gesamte Gebiet nördlich der Loire besetzt halten, scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis Frankreich komplett erobert ist. Am 7. Oktober beginnt die Belagerung Orléans. Domrémy wird von Soldaten befallen und ausgeraubt.Im Dezember 1428 wird Jeanne von ihren Eltern zu ihrem Onkel nach Burey-le-Petit geschickt. Zunächst war sie dort auch, aber ihr Ziel ist Vaucouleurs. Sie bittet den Stadtkommandanten von Vaucouleurs, Robert de Baudricourt, sie zum Dauphin zu schicken, der aber erst ablehnt. Ihre Stimmen sagten ihr, dass man sie erst nach der dritten Bitte um Audienz zulassen würde. So war es auch. Sie schafft es dann doch, ihn zu überreden und nach einem langen Gespräch  rüstet man mit einen kleinen Trupp aus, der sie nach Chinon zum Dauphin führen soll. Zu diesem Trupp gehörten auch ihre späteren Begleiter, Betrand de Poulengy und Jean de Metz, welcher den Trupp anführt. Jeanne bekommt ein eigenes Pferd, ein Schwert und legt zum ersten Mal Männerkleidung an. Am 1 März erreicht der Trupp Chinon. In der Unsicherheit des Dauphins, dass es sich sowohl um eine Attentäterin handeln könnte, wird in einem Saal mit 200 Leuten, ein falscher  König auf den Thron gesetzt. Jeanne trat, unwissend von dieser Abmachung, vor dem falschen Dauphin, betrachtete ihn und bemerkte den Schwindel. Sie bat darum, doch bitte den wahren Dauphin sprechen zu dürfen. "Er ist hier - sucht ihn!" entgegnete einer der Höflinge. Unter diesen Unmengen Leuten fand sie ohne fehltritt auf Anhieb den Dauphin, über dieses Wunder streiten sich Forscher wohl noch heute, genauso ist umstritten, was sie nachdem sie den Dauphin gefunden hatte, mit ihm so lange besprach, man geht davon aus, dass sie ihm ein geheimes Gebet des Dauphins vorgetragen hätte, welches nur Gott und der Dauphin selbst wissen könne. Der Dauphin ist skeptisch und will sie prüfen lassen. Aber was kann man prüfen lassen, ob sie tatsächlich Gott gesandt ist?! Das wohl weniger, aber da sie sich als "Jungfrau" bezeichnet, hat man etwas, was man definitiv nachweisen kann. Sie wird nach Poitiers gebracht und von den Doktoren  der dortigen Universität befragt, Auch ihre Jungfräulichkeit wird von Hofdamen geprüft. Alles mit positivem Ergebnis. Denn nach damaligen Glauben konnte eine Jungfrau nicht vom Teufel besessen sein. So wurde sie wiederum nach Tours gebracht, sie bekam nun eine maßgefertigte Rüstung und sie ließ sich den, heute so typischen und wichtigen, Lilienbanner anfertigen. In Blois lässt der Dauphin eine Armee aufstellen. Am 29. April zieht sie, von den Engländern unbemerkt nach Orléans ein. Während der nun beginnenden Kämpfe um Orléans fällt eine Englische Bastion nach der anderen. Das französische Volk verfolgt Jeannes Siegeszüge und bejubelt sie überall. Aber Jeanne hasst dieses Anbeten und bejubeln um sie, nach ihren Worten hätte sie noch nicht "erreicht was es zu erreichen gebe" um gefeiert zu werden. Jeanne motiviert ihren Trupp weiterhin so stark wie sie kann, immer an vorderster Front dabei. Immer mit Pfarrern und Priestern an der Seite. Sie kämpft noch weiter, als ein Bogenschütze ihr ein Pfeil direkt in die Brust jagt. Jeanne erreicht am 8.Mai den Rückzug der Engländer. Orléans ist frei! Im Juni beginnt der Loire-Feldzug, in nur einer Woche gewann Jeanne Jargeau, Meung und Beaugency zurück. Am 18.Juni ist die Schlacht um Patay entscheidend geschlagen. Jeanne will nun so schnell wie möglich nach Reims vorstoßen um den Dauphin krönen zu lassen. Zunächst rückt sie mit ihrer Armee nach Troys vor. Die Stadt lehnt eine Kapitulation ab. Jeanne trat allein vor die feindlichen Truppen und ermahnte sie, dass es englisches Blut sein wird, welches Fließen wird und dass wenn sie nicht abziehen, dieses ihr Totenacker sein wird. Sie sollen abziehen, denn der König des Himmels will es so! Ergebnis: Die Stadt ergibt sich kampflos!  Wenig später kapitulieren auch Châlons und Reims. Der Dauphin wird am 17.Juli in Notre Dame zum König von Frankreich gekrönt. Nach der Krönung entschließt sich der König zu einem Waffenstillstand. Jeannes Plan, nach Paris einzumarschieren wird vereitelt. Doch Jeanne, mittlerweile vom Krieg nahezu besessen, diskutiert mit dem König über die Weiterführung des Krieges. Jeanne sagt, man könne diesen Krieg nur mit Waffengewalt gewinnen, anders ließen sich die Engländer nicht vertreiben. Der König allerdings, verlängert den Waffenstillstand noch zusätzlich. Sozusagen als Friedensangebot. Jeanne verfängt sich mittlerweile in einen Privatkrieg und die Höflinge und Königsberater kochen. Sie entscheiden Jeanne loszuwerden. Denn Jeannes penetrantes und kontroverses Auftreten, zerstört die lang erarbeiteten Friedensangebote und Schriftlichen Verhandlungen des Königs. Durch einen Überraschungsangriff der Burgunder, müssen die Franzosen den Rücktritt antreten. Jeanne wird der Weg abgeschnitten, sie wird von den Burgundern gefangen genommen. Die Engländer versuchen nun alles um die Auslieferung Jeanne d'arcs zu bewirken. Nach 2 misslungenen Fluchtversuchen, in der Form von Sprüngen aus dem Burgturm (Wo heute noch gerätselt wird, ob es nicht sogar ein Selbstmordversuch gewesen sein könnte) wird sie gegen ein Lösegeld von 10.000 Frank an die Engländer ausgeliefert. Jeanne wird in ihrer Lage, zunehmend kränker. Die Engländer wiederum überstellen sie der Gerichtsbarkeit der katholischen Kirche. In Rouen wird ihr am 9.Januar 1431 der Prozess gemacht wegen Verstoßes gegen mehrere Gesetze der Kirche. Das Urteil des Gerichts steht von vorne herein fest. Auch wenn Jeanne durch ihre Intelligenz und Schlagfertigkeit bei den Verhörern vorerst keinen Angriffspunkt liefert, so gab sie zu Protokoll, dass sie sich weigerte einen Aid abzugeben, da sie nicht wüsste was sie gefragt werden würde und sie nicht sagen könne, was sie dem König von Frankreich sagte, oder ihre Stimmen ihr vermittelten. Sie sagte auch, dass ihre Stimmen ihr versicherten, sie könne dem Gericht furchtlos gegenüber treten, Gott werde sie schützen. Die Antworten Jeannes waren äußerst geschickt. So Antwortete sie  Z.b. auf die Frage „Wenn der größte Respekt deinen Eltern gebührt, die es verneinten, dich in den Krieg ziehen zu lassen, wenn sie davon wüssten - Wieso bist du dennoch gegangen?" Dass es wichtiger wäre, auf Gott als auf ihre Eltern zuhören und selbst wenn es einhundert Mütter und Väter gewesen wären, solange Gott es befahl, werde sie gehen! Der Prozess verlief über Wochen, doch den entscheidenden Anschlag für die nächsten Schritte ihrer Verurteilung gab Jeanne selbst. Den Protokollführern und ihren Verhörern gegenüber wurde sie zunehmend hämischer. Jeanne d'arc wurde der Ketzerei angeklagt. Karl VII konnte nicht riskieren, in Verbindung mit einer „Hexe" gebracht zu werden und unternahm nichts, um Jeanne zu helfen. Auch von Bedeutung für das Protokoll war die Angelegenheit um Jeannes Kleidung, die nicht nur des Krieges wegen in Männerkleidung auftauchte sondern sich auch alltäglich der neusten männlichen Mode unterzog. Da Jeanne nicht Lesen und Schreiben konnte, konnten ihre Verhörer ihr eine ‚Unterschrift' entlocken, in der sie sich selbst verleugnete. Der machte allerdings nicht viel aus, als Jeanne am nächsten Morgen in ihrer Zelle, wieder Männerkleidung angelegt hatte. Jeanne dazu: „ Mein Herr entschied, mich dieses Tragen zulassen und sowie es ihm gefällt, es zu befehlen, werde ich sie wieder abnehmen. Vorher nicht!". ‚Rückfällig' nannten sie es.
Von gerade zu allen verlassen, wurde sie Schuldig gesprochen und am 30.Mai 1431 auf dem Marktplatz in Rouen lebendig und als erst 19.jähriges Mädchen verbrannt.

In Arras kommt es nur 4 Jahre später zum Friedensbeschluss zwischen Frankreich und England. 1456 findet in Rouen der Revisionsprozess statt, der die Ehre Jeanne d'arcs wieder herstellt.

500 Jahre später, 1920, wird Jeanne d'arc vom Vatikan heilig gesprochen.

 

 

Das Gemälde der kleinen Jeannette

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