Rouen 2006

Reisetagebuch 2006-05-21

ROUEN

Tag 3 ( Letzter Tag Orleans )

 

Was war ich doch erschöpft vom letzten Abend! Im Moment weile ich noch im Hotel in Orleans, heute ist unser letzter Tag hier, und anders als Gestern geht es mir Heute richtig dreckig!

 

2 Karten hatte ich noch, aber um 12:00 in der Früh wollten wir Orleans auch schon wieder verlassen, meine letzte Karte, die für 14:00 reserviert war, sollte also verfallen.
Wir hatten also ein eiliges Frühstück, denn die eine Karte für die 10:00 Veranstaltung wollten wir noch mit ansehen.

Und es lief genauso hektisch und chaotisch ab, wie am Vortag.

Bloß nach 10 Minuten hatten sich vielleicht an die 100 Leute auf der Tribüne versammelt, es kam einfach niemand mehr! Also wurden die Karten ungültig, und jeder der dort rum stand, konnte mit oder ohne Karte auf die Tribüne! Gut für meinen Vater ;)

Ich weiß nicht ob es an der Uhrzeit, am morgendlich unsicheren Wetter oder vielleicht sogar an der etwas arroganten Jeanne-Repräsentantin lag, aber an diesem Tage schien mal wohl genug zu haben.

Der Ablauf war der Selbe, nur dass die 12 jährige (?) Jeanne „Verkörperung" noch weniger zutun hatte als am Vortag. Sie kam rein, bekam das „Jeanne-banner" und stand stolz im Scheinwerferlicht der Zeitungsleute. Was ich einfach nur Schade fand war, dass dieses Mädchen nichts mit Jeanne selbst verband. Wenn sie im Rathaus eintrat, würdigte sie das Denkmal keines Blickes und eigentlich schob sie die Flagge die ganze Zeit ihrer Mutter zu um für die Kameraleute frei zu stehen. 
Ein reines Touristen-und-Presse-Spektakel.

Nun ja, das stärkt sicher das Ego, und die kleine war auch recht niedlich, aber sollte man nicht Mädchen auswählen, die auch etwas mit Jeanne verbinden? Die sie wirklich ehren?! Ich fand es wirklich deprimierend, denn ihre Interviews erinnerten nicht an Jeanne d'Arc, die bescheiden war.

 Es wurde an diesem Tage noch eine zweite Tribüne aufgebaut, dort durften allerdings nur Bürgermeister und sonstige „hohe Gesellschaften" platz nehmen. Im Prinzip verlief alles genau wie am Vortag. Nur dass es nicht in Strömen regnete, drei Viertel der Stadt noch schliefen und es tierisch kalt war!

 Als auch diese sehr merkwürdige Veranstaltung sein Ende fand, marschierten wir strikt zum Auto und ab nach Rouen!

 Und der Rest des Tages sollte scheußlich werden...

 

Rouen

 

In diesem Kapitel, gibt es nicht viele Fotos, keine ausgiebigen Berichte, warum nicht?! War Jenny-Jinya faul? Krank? War der Film alle?!
Nein, es ging einfach nicht. Kaputt und ausgelaucht gab mir der letzte Ort, von Jeannes Reise, den Rest.

Ich fühlte mich schon seelisch nicht mehr zurechnungsfähig, als wir in Rouen eintrafen und über die lange Brücke, über die Seine fuhren.

Wir kamen aus einer Tiefgerade direkt neben der Jeanne Kirche raus, auf die ich geradeaus zulief, fälschlicher Weise glaubte ich, dass die Kirche EXAKT auf der Stelle steht, wo sie verbrannt wurde.

Nur hatte die Kirche geschlossen, und entsetzt und traurig wie ich war, folgte ich meinen Vater einfach mal in das Wachsmuseum, welches sich gegenüber befand. 
Mein Gott...ich werde nie mehr an den Wochenenden nach Frankreich fahren, es ist alles geschlossen - selbst die Kirchen!!!

Also ging dieser frustrierende Trip weiter  zurück zur Seine.
Ich lehnte auf dem Gerüst und sah in das grünliche Wasser hinab. Hier verschütteten sie Jeanne wie einen Eimer voll Dreck?! In diesem Fluss verschwand ihre Asche für immer?!

Und plötzlich, fanden meine Plakate Verwendung. Zusammengerollt warf ich sie von der Brücke, und die fielen sanft in die Seine. Wo sie einfach mit der Strömung flossen...

Die Sonne über mir strahlte so schadenfroh und die Seine floss in ihrem Strom, als wäre nie etwas gewesen. Die Menschen schreiten über die Brücke, die weder Tafel noch Denkmal hat...

~ ~ ~ ~

Aber versteht mich nicht falsch. Es ist nicht so, als hätte Rouen seine Heilige nicht zu schätzen gewusst!

Jedes Jahr nämlich, findet in Rouen ein besonderes Spektakel statt.
Ein Fest zu Ehren der heiligen Johanna, Messen werden gelesen und ein Schauspiel findet statt, indem
man die Hinrichtung nachspielt.

Später gibt es eine Art kleine Wanderung - lauter kleine Mädchen in weißen Gewändern tragen
Körbchen mit weißen Blumen zur Brücke und werfen Sie dort in den Strom des Flusses.

Es ist schön. Es ist rührend. Es ist eine Genugtuung! Jeanne wurde nicht vergessen. :)

 

 

 

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