Domrémy 2007

 

Reisetagebuch
Domrémy 2007
Jenny Hefczyc  - www.Jehanne-darc.com

 

Tag 1

Die Ankunft

Naja, dann mal sehen, alles gepackt? Roger! Alle Zurechnungsfähig? ...eh...Roger! Genug Geld gespart um (wieder mal) den Jeanne-Souvenir-Shop in Domrémy zu überfallen? ROGER!
Alles klar, möge Gott der Herr unsere kleine Pilgerfahrt segnen :)

Die ersten 6 Stunden unserer holprigen Fahrt versuche ich zu schlafen...was nicht unbedingt funktioniert. Also verliere und versage ich eine Stunde lang beim Gameboy spielen.
Nun, die Fahrt hat mich in vielerlei Hinsicht gequält;
Angst, Aufregung, keine frische Luft... Wir waren doch tatsächlich zu müde um auf die grandiose, absolut geniale Idee zu kommen, mal das Fenster runterzukurbeln. Herrlich.

Wirklich interessant wurde es an der ersten französischen Tankstelle. Ich lauf hastig zur Toilette - Moment - erstmal auf die Tür gucken: Männchen mit Rock = Frauentoilette!
Ich warte also bis endlich eine Kabine frei wird - und was kommt mir entgegen? 3 MÄNNER! Ich lauf noch mal raus um mich zu überzeugen dass dies auch eindeutig die Frauentoilette war. Was Solls, dann ab zur männlichen Frauen-Toilette! ;-)

Wir fahren weiter und ich werd langsam wieder hibbelig; Siehe da, wir nähern uns Neufchateau! Domrémy-la-Pucelle ist dann sicher auch nicht weit - uhu...zumindest schon mal stimmen die Straßenschilder.

 

Nun ist es 9 Uhr in der Früh, BONJOUR DOMRÉMY! Überall hängen schon Flaggen und kleine Plakate, weil hier bald das Jeanne-Festival stattfindet (was eigentlich mehr eine kirchliche Messe/Feier statt Festival ist), leider werde ich bis dahin nicht mehr hier sein (jaja, die Schule..)

Erstmal ab ins Hotel, die Frau die hinter der Theke steht, sieht mich an, lächelt, und ehe ich überhaupt „Bonjour" sagen kann ruft sie „Jenny!!!".
Ja... In der Tat...ich bin Jenny!
Madame Marie-Veronique Clin hatte mir dieses Hotel empfohlen, vielleicht kennen sich die Beiden?
Leider nur müssen ich und mein Vater noch etwas Zeit totschlagen. Unsere Zimmer sind noch nicht fertig, wir sollen doch bitte um 10:30 Uhr wiederkommen.
Also latsch ich erstmal in Jeannes Kirche (nein, ich habe es auch diesmal nicht gewagt im INNEREN ein Foto zu machen. Ich habe einfach das Gefühl, dass es falsch wäre an diesem idyllischen Ort zu knipsen!!!) Ich zünde 2 Kerzen an, schreib mich mit einen langen, emotionalen Eintrag in das Gästebuch ein und hol mir ein paar Prospekte. Tja, auch von hier aus kann man die Renovierung der Kirche unterstützen und sogar Mitglied dieser „Unterstützenden Vereinigung" werden - na! Da macht klein Jenny natürlich mit!!
Nach 10 Minuten intensiven grübeln und fast-beten, laufe ich wieder raus, weil mir einfällt dass mein armer Vater da draußen im Regen steht...

Ich stell mich an ihr Fenster (In Ihrem Geburtshaus), von hier hatte Sie sicher einen schönen Ausblick gehabt. Bestimmt hat Sie selbst auch oft hier gestanden, während hinter ihr die Suppe im Kamin hing und das ganze Haus nach Essen roch. Erstmal in einen der hintersten Räume latschen und irgendwo da, zwischen den ganzen Spinnenweben und bleibe da sitzen. An ihrer Tür, den Kamin, sogar an der Holztreppe sind Schmierereien. Namen und eingeritzte Sprüche, Unterschriften. Alles ist voll von diesem Kram.  Armes Haus, arme Johanna!
Während ich es kaum wage mich hinzusetzen, bedauere ich wie solche „Kultur-Schätze" oder Jeanne selbst, immer wieder zum Opfer menschlicher Dummheit werden.

So, nun ist es halb 11 und endlich sind unsere Zimmer fertig!
Wirklich, ich fand die Zimmer ganz Zauberhaft...

Auch hier werde ich wieder von den Gastgebern überrascht; prompt werden mir Jeanne-karten und Hefte geschenkt, einfach so!
Hach! Ich freu mich :-D

Und jetzt werde ich mich erstmal ausruhen...

...

Autsch...ich bin eingeschlafen. Jetzt bin ich wach und es ist schon 16:00 Uhr???

Nachdem ich mir auf meinem Zimmer einen sehr fragwürdigen französischen Tee zubereitet habe, bemerke ich meine entzündeten Augen. Hä? Was? Ausgerechnet heute entschließt sich mein Körper eine Pollenallergie zu entwickeln? Und das wo seit Tagen alles blüht, grünt und vor sich hin streut?! Natoll...

 

 

Im Privatmuseum waren wir auch, echt sehenswert!!! Und ich war überrascht, viel von dem was da stand, ich selbst zuhause hattw :-] Cooool, ich werde eines Tages auch mein eigenes Museum eröffnen! Wenn ich es interessant gestalte kann ich meine Studiengebühren rausschlagen, HAHA.

Natürlich hatte ich nicht alles, diese 1-2 Meter großen Statuen kann ich mir als 17 jährige Schülerin leider noch nicht leisten :-) Jaja und meine Mutter würde die Dinger nur als Wäscheständer
benutzen, ich glaub da warte ich lieber...

Um 18:00 Uhr war in Jeannes kleiner Taufkirche die Messe.
Es waren sage und schreibe 9 Leute da! Und man wird es nicht glauben, irgendwie schien das für dieses kleine Dorf schon beachtlich viel zu sein.
Dennoch - es war ein komisches Gefühl in DER Kirche zu beten, in der Jehanne vor fast 600 Jahren mal selbst drin gesessen hat (wenn auch nur selten, Sie war lieber in Bermont beten). Es war einfach wunderschön!

Danach starteten ich und mein Vater den verzweifelten Versuch etwas zu Essen zu finden. Aber weil in Domrémy nur ein einziges und dazu geschlossenes Restaurant war, fuhren wir nach Neufchateau und zogen uns dort erstmal ne Pizza rein. Aber irgendwie bekam ich unterwegs Kreislaufprobleme und liege jetzt im Bett.

Ende Tag 1

 

Tag 2

Heute Morgen haben wir dann erstmal den Hügel abgeschlatscht, welcher sich über Greux erhebt. Denn weiter oben am Berg ist die Basilika Jeanne d'Arc/ Basilique de Bois Chenu, unfassbar! Ich kannte die Kirche ja teilweise schon und hab schon viele französische Kirchen gesehen, aber DIE Kirche ist und bleibt der reine Wahnsinn an... an... Schönheit ! Ich habe noch keine Kirche gesehen die SO auf Jeanne eingeht (In den meisten Kirchen hat sie ja nur eine „eigene Gedenk-Ecke"). Natürlich auch wieder Kerzen angezündet und die „Souvenir-Ecke" geplündert... naja, sagen wir lieber, ich hab in meiner Faszination mal wieder zu viel Geld da gelassen ;)

 

 

 

Ganz besonders hervorheben und betonen muss man auch nochmal das Glanzstück dieser Basilika,
nämlich diese unfassbar schönen Wandgemälde !!! Sie erzählen die ganze Geschichte der Jungfrau,

unglaublich groß, detailiert und schlichtweg wunderschön!!!

 

 

Danach haben wir uns nach Neufchateau verzogen. Auch eine sehr schöne Stadt, allerdings nicht SO Jeanne-mäßig vollgestopft wie Domrémy oder Orléans, oder, oder, oder...

 

Wir haben dort französischen Nougat gesucht (Mein Vater liebt dieses Zeug), aber dieses niedlich-leckere Süßkram scheint man nur im Süden kaufen zu können. Was soll's - Brownies waren auch lecker ;-)

Und weil alles so schön auf einem Haufen liegt, fahren wir auch noch nach Vaucouleurs (mal wieder)  - und nee, das Museum hat schon wieder geschlossen. Schade. Sogar das ehemalige „Hotel et Restaurant Jeanne d'Arc" hat entgültig Bankrot gemacht. Irgendwie traurig.

Aber nun zurück auf's Zimmer, ich habe die letzte Nacht nur 2 Stunden geschlafen und habe echt Nachholbedarf!

*Gäähn*
17 Uhr ?? So spät schon? Hm... ich glaube die Messe in Jeannes Kirche fängt heute um 17 Uhr an. Ich gehe also los (allein), werde aber von einem Mann, der gleich neben dem Hotel wohnt, angehalten. Er erzählt mir irgendwas ganz hektisch auf Französisch (Was ich so schnell leider gar nicht verstanden habe) und sucht etwas in seinen 3 Portemonnaies. Er scheint das mir unbekannte Objekt nur leider nicht zu finden und haut wieder ab. Jetzt schickt er aber noch einen anderen Mann zu mir (den Hotelbesitzer) der mich ebenfalls bequatscht. Ich versuchte ein paar Schritte rückwärts zu gehen... die Messe!!! Aber der Mann fängt plötzlich an über meine Jeanne-Kette zu sprechen und sagt dann auf verständlichen Deutsch „Ich kenne deine Website!" . Wow, da war ich überrascht! Wir sprachen noch mehr über Jeanne d'Arc, er erzählte dass sie als Kind kaum in der Kirche von Domrémy gebetet hatte (Weil diese schon zu ihrer Zeit mehrfach zerstört und „neu erschaffen" wurde - bis Heute, und so gesehen ist die Kirche schon lange nicht mehr das, was sie zu Jeannes Zeit gewesen ist), Jeanne soll sich viel lieber und öfter in der kleinen Kapelle von Bermont aufgehalten haben (ok, das wusste ich auch schon vorher, allerdings wusste ich nicht WO Bermont war, geschweige denn die kleine Kapelle!). Domrémy und Greux bildeten damals EINE Stadt und keine 2 separaten Dörflein wie Heute. Er fragte mich ob ich die Kapelle gesehen habe und ich verneinte. Es wunderte ihn nicht, die Kirche wäre 3 km entfernt und tiiief im Wald versteckt. Er bot mir an sie zu zeigen und ich latschte einfach mal mit ihm mit. (Die Messe war dann doch erst um 18 Uhr).
Es war wirklich ein schwieriges Unterfangen sich zu der Kapelle durchzulatschen.
Aber ich hatte hier etwas entdeckt, was nur sehr wenige „Jeanne-vernatiker" in Domrémy tatsächlich gefunden hatten.

Die Kapelle selbst ist nicht zu betreten - für Niemanden. Er erzählte mir dass es 4-5 Wandmalereien aus JEANNES ZEIT in der Kapelle gab, die Sie wie einen „Manga" darstellten, angefangen mit Ihren Visionen bis zu ihren Krieg, zeigten sie sie in kleinen Bildern. Wie er sagte sei Sie dort mit dunkelblonden Haaren dargestellt „So wie dein Haar!" sagte er. Wow, was für ein Kompliment :-)


Aber so oft wie Jeanne Jesus wörtlich, in Briefen oder auf ihrer Flagge lobpreiste, ist sie wohl durch und durch eine Christin gewesen (wie sie selbst auch andere immer ermahnte „ein christliches Leben zu führen", wortwörtlich).
Achja, und die kleine Kapelle ist, im Gegensatz zu der in Domrémy, noch NIE zerstört worden! Man hat lediglich etwas drumherumgebaut, so eine art zweite Kapelle in der auch Hin und wieder eine Messe stattfindet.
Ja...ich habe heute wirklich viel gelernt!
Danach habe ich die Messe in Jeannes Kirche in Domrémy besucht - was blieb mir anderes? Die Kapelle hält nur am Wochenende die Messe, die Kirche in Domrémy jeden Tag!

Später war ich noch mal mit meinem Vater oben und wir haben woanders im Wald noch diese Marienstatue gefunden:

Nach dieser kleinen Pilgerfahrt bin ich irgendwann wieder im Hotel... und todmüde.

 

Ende Tag 2

 

Tag 3

Abschließend verabschieden wir uns von den Gastgebern. Der Mann, welcher mir gestern Jeannes Kapelle in Beaumont gezeigt hat, schenkte mir noch ein kleines „Jeanne-Mäppchen" mit Bildern von ihr.

 

Auf Bald, geliebtes Domrémy...

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